Geschichte vom Altstadtkrankenhaus

Im Jahr 1817 beginnt der Betrieb des Altstadtkrankenhauses in der ehemaligen Marstallstraße nah an der Stadtmauer Magdeburgs. Für 13.000 Taler wurde das Grundstück von der Stadt gekauft und Herrn Friedrich August Neide zur Verfügung gestellt. Herr Neide war der erste Leiter des neuen Magdeburger Armenkrankenhauses. Am 29. August 1817 war die feierliche Übergabe und am 24.Oktober 1817 wurden die ersten Patienten behandelt. Unter dem Namen "Magdeburger Krankenanstalt Altstadt" wurden hier fortan Patienten behandelt. Die Klinik wuchs sehr schnell, sodass weitere Gebäude gebaut werden mussten. Der erste Erweiterungsbau, das sogenannte Mittelgebäude, wurde im Jahr 1828 fertig. Das Mittelgebäude ist das einzige Gebäude mit teilweise erhaltener historischer Bausubstanz. Im Jahr 1863 kam dann ein Operationssaal dazu, der in seiner Art wahrscheinlich der Erste in Europa war. Der bis ins Jahr 2003 betriebene Saal wurde mit abwaschbaren Oberflächen ausgestattet. Zu der damaligen Zeit war dies einmalig. Viele Chirurgen aus ganz Europa kamen in die Magdeburger Altstadt um den Operationssaal zu begutachten.

Immer mehr Gebäude wurden neu gebaut, sodass die Kapazität der Klinik im Jahr 1920 auf 847 Betten erhöht werden konnte. Im Jahr 1927 wurden im Altstädtischen 7.273 Patienten stationär behandelt. Der 2.Weltkrieg traf Magdeburg sehr hart und so wurde auch die Magdeburger Krankenanstalt Altstadt von der Zerstörung Magdeburgs sehr getroffen. Prof. Dr. Max Otten übernahm nach Ende des Krieges als Ärztlicher Direktor den Wiederaufbau des Krankenhauses. Im Jahr 1951 konnte der Betrieb der Klinik wieder komplett aufgenommen. Für seine Leistung beim Wiederaufbau wurde die Marstallstraße in die Max-Otten-Straße umbenannt. In der DDR wurde die Klinik 1958 das Bezirkskrankenhaus vom Magdeburger Bezirk.

Im Jahr 1985 wurde im Altstädtischen die Poliklinik eingerichtet und das Krankenhaus wurde mit dem Krankenhaus Vogelsang beim Gommern zusammengelegt. 1994 folgt die nächst Zusammenlegung mit dem Olvenstedter Krankenhaus, welches fünf Jahre zuvor erst eröffnet wurde. Die drei Krankenhäuser waren nun unter dem Namen Städtisches Klinikum Magdeburg vereint. Vier Jahre später wurde das Krankenhaus Vogelsang aber privatisiert, sodass die Städtische Klinik nur noch aus den Krankenhäusern Olvenstedt und Altstadt bestand. 2003 zogen dann die operativen Fachabteilungen in die Gebäude nach Olvenstedt. Vier Jahre später zogen dann die restlichen Abteilungen und Mitarbeiter ebenfalls um. Die beiden Standorte wurden zusammengeführt, sodass es fortan nur noch ein Standort für das Städtische Klinikum Magdeburg gab.

Die Magdeburger Krankenanstalt Altstadt hat eine 190-Jährige Geschichte, die im Neubau des Gesundheitszentrum ihre Fortführung findet. Der alte Standort in der Nähe der ehemalige Stadtmauer ist auch noch gut ersichtlich. Am nördlichen Ende der Max-Otten-Straße steht noch ein Stück der historischen Stadtmauer hinter einer Reihe Garagen. Zwei Bauabschnitte im Altstadtquartier werden in den denkmalgeschützten Gebäude des ehemaligen Krankenhauses bearbeitet. Zudem wird es einen Ausstellungsraum zur Geschichte der Magdeburger Krankenanstalt Altstadt geben.


Quellen:

Morkos, W.; Schwenke, E.; Meißemann, W. (2007). Das Krankenhaus Altstadt: 190 Jahre Städtische Krankenanstalt in Magdeburg - 1817 - 2007: Ein historischer Rückblick. (1.Aufl.). Magdeburg, Deutschland: DELTA-D

Klinikum Magdeburg (2020). Über uns: Gute 300 Jahre im Dienste der Gesundheit - Geschichte des Klinikums. Abgerufen am 19.05.2020, von https://www.klinikum-magdeburg.de/ueber-uns/das-sind-wir/